Traunkirchen-Österreich-Berge-Seen-Kunst

Ein weiter Sprung in den Sommer 2008, ein heißer August-Monat in Österreich. In das winzige Städtchen Traunkirchen mit den unglaublich schönen Seen um einen herum, mit klarem, kaltem trinkbaren Wasser. Die dunklen Wasser wirkten in den Nächten um so tiefer, umgeben von den majestätischen Bergen, wo das ehemalige Klostergebäude ein kleines Künstleratelier beherbergte, in dem sich die Kursteilnehmer tummelten. Es war eine sehr inspirierende, intensive Zeit in einem Kurs des österreichischen Künstlers Tone Fink. Dank eines Stipendiums der Sommerakademie Traunkirchen konnte ich mich zwei Wochen lang freikritzeln. Dort begann meine „Wal“-Zeit, der Wal im wilden Gewässer…

Auszug aus meinem Tagebuch: Berührung anders erleben. Spuren hinterlassen. Aufdecken, Haut wird gebildet. Bleistift stumpft ab, geht kaputt. Bricht ab, wird nur ein kleines Stümpfchen. Meine Energie, meine Gestik, die Bewegung meiner Hand, meines Armes, der Rhythmus meines Herzens hinterlassen Spuren auf der Wand. Ein großer Fisch, ein Walfisch aus den Urzeiten. Er ist gar nicht verletzt, nur sein Träger, die Wand. Mit dem Papier, der Tapete, wie Höhlenmalerei. Es war ganz schön schwierig, ihn da rauszubekommen, eine körperhafte Landschaft, das Relief das ich so liebe. Meine Finger sind heute blutrot und tun weh von der immerwährenden Kraftausübung. „Es ist ein schönes Blatt geworden“ sagt Tone Fink. „Ich weiß nicht, ob es daran liegt dass Du so gut bist oder so viel Ausdauer hast für ein Blatt, oder die Summe von Allem.“

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